Der Weg zum Bauantrag war beschwerlich. Auch war das die Phase in der klar wurde wie unglaublich aufwändig das Gesamtverfahren werden würde.

Als ein grosses Problem entpuppte sich die Suche nach einem Architekten - man muss "vorlageberechtigt" sein um einen Bauantrag einzureichen. Wir fingen mit dem Architekten eines Referenzkunden an. Nachdem der das identische Windrad an der Westküste bereits erfolgreich beantragt hatte, dachten wird, dass das einfach würde. Schliesslich waren alle Unterlage als Blueprint ja schon da. Er überraschte uns dann allerdings mit einer Preismarke vom 3000 EUR für seine Dienste. Der Business Case hatte hier 1500 EUR vorgesehen. Also weiter gesucht. Ein Architekten-Portal in MyHammer-Art überraschte uns dann mit über 5000 EUR, ein auf Windkraft spezialisiertes Architektenbüro mit 4000 EUR. Die beiden letzten waren fest davon überzeugt, dass hier ja auch noch neue Zeichnungen von Anlage und Haus anzufertigen wären weil sonst eine Genehmigung nicht möglich wäre. Um es in Erinnerung zu rufen - die ausgewählte Windkraftanlage ist ein standardisiertes Produkt mit aller Dokumentation, kein individueller Entwurf. Nach viel Frustration fanden wir nach Tipp einer Nachbarin dann aber einen vorlageberechtigten Statiker / Ingenieur der uns die Einreichung dreistellig anbot und super-pragmatisch vorging.

Die notwendigen Unterlagen konnte ich mit Anleitung unseres "Architekten" weitgehend selbst zusammenstellen. Das war neben einem einer Einkommensteuer ähnlichem Formular ein umfangreiches Anschreiben, ein nochmals neu angeforderter Flurplan, ein neu erstellter detaillierter Lageplan, diverse technische Dokumente des Herstellers zu Mast und Generator, ganz wichtig: ein Messprotokoll der Schallpegel - ebenfalls vom Hersteller, ein Vorschlag für Ausgleichsmassnahme per 80 qm Blühwiese etc.

Grosse Fragezeichen produzierte schon hier das Thema Statiker. Der war nämlich bereits im Bauantrag zu benennen und damit vorab zu finden. Wie sich am Ende herausstellte, hatte der Kleinwindanlagen-Hersteller über den Mast-Hersteller eine Vertragsstatiker, der sich dann auch per Unterschrift und Firmenstempel im Antrag verewigte. Ich komme zu diesem Thema später nochmal zurück...

Den fertigen Antrag vervielfältigten wir dann in siebenfacher Ausfertigung (wir wussten ja jetzt wieviele Stellen da mitsprachen) und sandten ihn Ende März 2022 an das Amt.

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